Exkursionstage im Bathildisheim: Perspektiven aus der Praxis

Zwei Tage lang öffnet das Bathildisheim die Türen für die Schüler:innen des Theresia-Gerhardinger Berufskollegs. Angehende Heilerziehungspfleger:innen und Erzieher:innen erhalten Einblicke in ein Berufsfeld, das sie bald selbst mitgestalten – nah an Menschen, mitten im Alltag.

In der Werkstatt für Menschen mit Behinderung, in den Wohnangeboten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, in der Karl-Preising-Schule sowie in der Arbeit der Teilhabeassistenz: Überall zeigt sich ein anderes Tempo, eine andere Lebenswirklichkeit – und doch gibt es eine gemeinsame Grundlage – Beziehung gestaltet Teilhabe.

 

Praxis erleben – Beruf verstehen

Die Gruppe sieht, wie Arbeitsprozesse in der Werkstatt funktionieren, wie individuell Menschen begleitet werden und wie Selbstständigkeit gefördert wird. In den Wohnbereichen geht es um Struktur, um Rituale, um das Gefühl von Zuhause. Kinder und Jugendliche zeigen, wie lebendig ein Nachmittag sein kann. Erwachsene setzen eigene Schwerpunkte: Freizeit, Arbeit, Entscheidungen.

In der Karl-Preising-Schule erleben die Teilnehmenden Unterricht, der auf sehr unterschiedliche Bedürfnisse reagiert. Immer mit dem Ziel, Möglichkeiten zu eröffnen und Stärken sichtbar zu machen. Die Teilhabeassistenz wiederum begleitet dort, wo Unterstützung gebraucht wird – manchmal im Hintergrund, manchmal sehr nah.

 

Begleitung ist Beziehung

Für die Schüler:innen wird deutlich, dass ihr zukünftiger Beruf mehr ist als eine Tätigkeit. Es ist die aktive Begegnung mit Menschen, die eigene Wege gehen – mit Unterstützung, wo sie sinnvoll ist. Die Exkursionstage machen sichtbar, wie vielfältig die Arbeit ist und welche Verantwortung damit verbunden ist.

Wer als Heilerziehungspfleger:in oder Erzieher:in arbeitet, begleitet Menschen durchs Leben. Manchmal leise, manchmal mit viel Energie, immer mit Professionalität und Respekt. Die Einblicke im Bathildisheim zeigen, wie bereichernd dieser Beruf sein kann: für diejenigen, die unterstützt werden – und für diejenigen, die begleiten.

 

Ein Berufsfeld mit Bedeutung

Die Schüler:innen entdecken ein Arbeitsumfeld, das sie in ihrer Ausbildung vorbereitet – und zugleich herausfordert. Sie sehen: Hier geht es um Teilhabe, um Selbstbestimmung, um das Vertrauen in Fähigkeiten und Entwicklung.

Die Exkursionstage sind damit mehr als ein Programmpunkt im Schuljahr. Sie verbinden Theorie mit gelebter Praxis und geben Orientierung. Viele kehren mit dem Gefühl zurück: Das ist wichtig. Und das ist genau das, was ich später tun möchte.

Denn der Kern bleibt: Menschen auf ihrem Weg zu unterstützen, ist sinnvolle Arbeit. Und eine Aufgabe mit Zukunft.

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